[Neues] Die neue Waldzerstörung

Hiermit veröffentliche ich einen Leserbrief von Herrn Diplom-Volkswirt und Wirtschaftsinformatiker Franz Lisson, einer der aktivsten Leiter der „BI Ilmmünster“ Oberbayern, der als Musterbeispiel für eine gelungene Argumentation gelten darf, veröffentlicht im „Pfaffenhofer Kurier“ vom 10. September 2020, S. 20.

Bäume sind wichtig zum Leben!

Wir brauchen Bäume zum Leben! Selbstverständlich ist es angebracht einen Landrat nach 100 Tagen im Amt zu interviewen, – Landrat mit Faible fürs Heikle. Der Interviewer macht das gekonnt. Zum Thema Corona gibt der Landrat auch vernünftige Antworten. Beim umstrittenen Thema Windkraft beißt es dann allerdings aus. Der Landrat hat die Genehmigung für die Windräder in Förnbach selbst unterzeichnet. Seine Aussage: „Das ist voll rechtskonform“. Als Nichtjurist ist das eine mutige Aussage oder besser ausgedrückt: Der Landrat stellt einfach willkürliche Behauptungen auf. Es ist nur zu hoffen, dass es Kläger gegen die Errichtung der Windkraftanlagen im Förnbacher Forst gibt, damit dem Landrat seine Aussage auf die Füße fällt. Das hatten wir schon, siehe Hähnchenmast, Eschelbach. Die Frage: Und wie stehen Sie zur Kritik der Windparkgegner? Die Antwort: Der ökologische Vorteil des Windparks ist ungleich größer als der Nachteil der Baumrodung. Dazu Aussagen der Bayerischen Staatsforsten: „Während des Wachstums entziehen die Bäume der Atmosphäre Kohlendioxid und geben Sauerstoff ab. Photosynthese heißt dieser Vorgang, der Wälder zu einer riesigen Sauerstofffabrik macht. Laubwälder produzieren jedes Jahr 15 000 kg Sauerstoff pro Hektar, Nadelwälder kommen sogar auf 30 000 kg pro Hektar und Jahr. So ganz nebenher leisten Wälder beachtliches hinsichtlich ihrer Filterfunktion: Ein einziger Hektar Wald filtert pro Jahr bis zu 50 000 kg Ruß und Staub aus der Atmosphäre.“

Sauerstoff ist, wie viele wissen, lebensnotwendig. Ein erwachsender Mensch braucht nach Aussage der amerikanischen Weltraumbehörde (NASA) pro Tag 0,84 kg Sauerstoff. Der Wald in unserer Region setzt sich hauptsächlich aus Nadelwäldern zusammen. Nehmen wir einen Wert von 27 000 kg Sauerstoff pro Hektar Wald pro Jahr. Damit vernichtet die Errichtung von Windkraft im Wald pro Hektar den Sauerstoff für das Leben von 88 Menschen. Für die Errichtung der drei Windräder im Förnbacher Forst werden
mehrere Hektar Wald zerstört, das beinhaltet Zuwegung und Abstellflächen. Bayerische Staatsforsten: „Der Wald ist die grüne Lunge des Planeten. Bäume entziehen der Atmosphäre beim Wachstum Kohlendioxid und setzen Sauerstoff frei. Wälder sind deshalb gigantische Kohlendioxidspeicher. Wie viel sie genau speichern ist abhängig von der Baumart und den Bedingungen vor Ort. Der bayerische Staatswald bindet durchschnittlich knapp 11 Tonnen CO2 pro Hektar und Jahr.“ Der Anteil von CO2 in der Luft beträgt 0,04 %. Sauerstoff (21 % Anteil in der Luft) und gereinigte Luft sind lebensnotwendig für den Menschen! CO2 ist Grundvoraussetzung für die Photosynthese. Ich habe die Fakten für den Landrat gerne zusammengetragen, vielleicht hilft es ihm ja!? Wissen schadet ja nicht. Im Energiemonitor des Bayernwerks für den Landkreis Pfaffenhofen kann jeder nachlesen welchen Beitrag alle 10 Windkraftanlagen zur Stromerzeugung liefern. Am Montag 117 kW um 11.00 Uhr. Das reicht vielleicht für das Knödelwasser einiger Haushalte. Die Windradindustrie und ihre politischen Steigbügelhalter werden uns als Antwort sicher wieder den Weltuntergang prophezeien, wenn wir in Bayern nicht sofort hunderte – die Partei Freie Wähler fordern 300 – neue Windrädern in die Landschaft /Wald stellen. Koste es was es wolle an Vernichtung im Artenschutz, der Landschaft und der Lebensqualität. Ohne massive Subventionen baut keiner ein Windrad. Es gilt weiterhin (Immanuel Kant): Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.

Autor: Franz Lisson, Ilmmünster